Thema
des Jahres

Immobilien des Wohlfahrtsfonds –
Immobilien als Verantwortung für Später

Die Immobilien des Wohlfahrtsfonds sind ein wesentliches Instrument zur langfristigen Sicherung von Vermögen und zur Stabilisierung der Einnahmen. Die insgesamt 14 Häuser sind keine Prestigeobjekte, sondern dienen der finanziellen Absicherung der Leistungen für die Mitglieder.
Der Verwaltungsausschuss des Wohlfahrtsfonds trägt dabei eine doppelte Verantwortung: Einerseits gilt es, wertvolle Gebäude und historische Bausubstanz zu erhalten und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Andererseits müssen die 14 Häuser wirtschaftlich geführt werden, um nachhaltig Erträge zu erzielen.
Alle Liegenschaften werden auf Dauer angelegt – mit dem Ziel, Substanz zu bewahren, zeitgemäße Nutzungen zu ermöglichen und stabile Einnahmen zu sichern.

Warum investiert man in Immobilien?

Haus in der Rotenturmstraße 19, 1896 von Julius Deininger als Van-Swieten-Hof gebaut, mit Tafel der „Witwen- und Waisen- Societät“. ©Stefan Seelig

Immobilien zählen zu den stabilsten Formen der Vermögensveranlagung. Sie bieten Schutz vor Inflation, ermöglichen planbare Einnahmen und tragen wesentlich zur langfristigen finanziellen Stabilität des Wohlfahrtsfonds bei. Als Teil einer ausgewogenen Gesamtstrategie ergänzen sie die anderen Veranlagungsformen des Fonds – Wertpapiere, Geldmittel und ein geringer Anteil Gold – und helfen, Risiken zu streuen.

Werden Immobilien erworben oder bestehende Immobilien weiterentwickelt, liegt der Fokus auf nachhaltiger Wirtschaftlichkeit, um den langfristigen Werterhalt und die Finanzierung der Pensionsleistungen sicherzustellen.

Investitionsstrategie und Rendite

Die Strategie des Wohlfahrtsfonds verfolgt einen langfristigen Ansatz: Investitionen entfalten ihre Wirkung über viele Jahre.

Premium-Assets wie der „Grabenhof“, Graben 19, Rotenturmstraße 19 und Kohlmarkt 12 dienen als Stabilitätsanker. Hier werden gezielt bonitätsstarke Mieter angesprochen, um besonders planbare und stabile Einnahmen zu erzielen.

Alle anderen Immobilien stehen im Zeichen von Werterhalt und Substanzschutz. Regelmäßige Sanierungen und technologische Modernisierungen wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Fernwärme sorgen für nachhaltige Nutzung, geringe Wartungsintensität und Reduktion fossiler Brennstoffe.

Langfristige Mietverträge, hochwertige Bauausführung und kontinuierliche Entwicklung der Objekte sichern eine nachhaltige Rendite ohne kurzfristige Gewinnmaximierung.

Portfolio und Zahlen

Gesamtfläche aller Liegenschaften: ca. 72.000,00 m².

Vermietbare Fläche: ca. 55.500,00 m² (381 Einheiten)

  • Denkmalschutz: 7 Gebäude
  • Verkehrswert: ca. 930 Mio. EUR. Immobilienquote  52,52 % – bezogen auf das Vermögen des Wohlfahrtsfonds, Stand 31. Dezember 2025
  • Immobilieninvestitionen 2025: ca. 15.000.000 EUR

Hinweis Denkmalschutz: Sieben der 14 Häuser stehen unter Denkmalschutz. Sanierungen dürfen in diesen Fällen ausschließlich unter Beiziehung des Denkmalamtes durchgeführt werden.

Immobilienverwaltung

Die Immobilienverwaltung des Wohlfahrtsfonds folgt einem klar strukturierten Ansatz und gliedert sich in operatives Management und Risikomanagement.

Operatives Management

Dazu zählen die laufende Bewirtschaftung, Instandhaltung, Mieterbetreuung sowie die Organisation notwendiger Sanierungen. Ziel ist ein reibungsloser Betrieb und der langfristige Schutz der Gebäudesubstanz. Die Abläufe sind strukturiert und transparent, um sowohl die wirtschaftliche Effizienz als auch die nachhaltige Werterhaltung sicherzustellen.

Risikomanagement

Alle Liegenschaften werden laufend hinsichtlich technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Risiken überprüft. Notwendige Sanierungen erfolgen nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern vor allem zum nachhaltigen Substanzschutz und zur Sicherung der langfristigen Nutzbarkeit.

Ertragsoptimierung bei Premium-Assets

Bei besonders hochwertigen Objekten wird ein zusätzlicher Fokus auf die Mietvertragsgestaltung gelegt und Mieter werden gezielt ausgewählt, um planbare und verlässliche Einnahmen sicherzustellen. Diese Premium-Standorte bilden das wirtschaftliche Rückgrat des Portfolios und tragen maßgeblich zur Stabilität der Einnahmen bei.

Die Entscheidungsstruktur des Immobilienportfolios ist klar gegliedert: Der Verwaltungsausschuss trifft alle wesentlichen Entscheidungen, etwa über notwendige Sanierungen, den Erwerb neuer Immobilien und die strategische Ausrichtung des Immobilien-Portfolios. Der Bauausschuss übernimmt eine begleitendende, beratende und kontrollierende Funktion für laufende Projekte ein.

Diese Trennung zwischen operativer Verantwortung, Risikomanagement und überwachender Steuerung stellt sicher, dass die Gebäude langfristig werterhaltend bleiben und die wirtschaftliche Stabilität des Portfolios gesichert ist. Der Verwaltungsausschuss arbeitet dabei eng mit der Finanzdirektion zusammen und zieht externe Expertise, etwa durch einen Immobilienanwalt, hinzu.

Projekte 2025

(Auswahl)

Mariahilfer Straße 71: Sanierung abgeschlossen, ADIDAS-Shop eröffnet. ©A.C.C. Ziviltechniker GmbH

Mariahilfer Straße 71: Sanierung und Shop-Eröffnung: Adidas

  • Adresse: Mariahilfer Straße 71, 1060 Wien
  • Immobilienerwerb: 2012
  • Gesamtfläche: ca. 6.691 m²
  • Sanierung: Dachflächen-Dämmung, Entfernung von Bleileitungen, Modernisierung von Bürosanierungen

Die Liegenschaft zählt zu den stark frequentierten Standorten im Bestand des Wohlfahrtsfonds.
Die Vermietung einer 1.711 m² großen Fläche an ADIDAS und die Shop-Eröffnung am 15. Juli 2025 stellen einen erfolgreichen Abschluss der Sanierungsarbeiten dar.

Kohlmarkt 12: Sanierung und Shop-Eröffnung: Céline

Rund 600 m² neu gestaltete Verkaufsflächen: Céline im sanierten Kohlmarkt 12; Alle Fotos Kohlmarkt 12: ©A.C.C Ziviltechniker GmbH
  • Adresse: Kohlmarkt 12, 1010 Wien
  • Immobilienerwerb: 1968
  • Gesamtmietfläche: ca. 1392m²
  • Sanierung: Generalsanierung der Geschäftsflächen, Anschluss an Fernwärme (Beginn November 2023)

Exklusive Lagen wie der Kohlmarkt bieten besonders wirtschaftlich tragfähige Nutzungsmöglichkeiten mit stabilen Erträgen. Im November 2025 eröffnete auf rund 600 m² der neue Mieter „Céline“. Die Kombination aus hochwertiger Sanierung und Neuvermietung stärkt die Attraktivität des Standorts in einer der renommiertesten Einkaufsstraßen Wiens.

Landstraßer Hauptstraße 32 – Generalsanierung, Dachgeschossausbau

Landstraßer Hauptstraße 32: Historisches Gebäude nach Generalsanierung und Dachgeschossausbau modernisiert. ©A.C.C. Ziviltechniker GmbH
  • Adresse: Landstraßer Hauptstraße 32, 1030 Wien
  • Immobilienerwerb: 2019
  • Gesamtmietfläche: ca. 4515 m²
  • Sanierung: Oktober 2022 bis Mitte 2026

Das historische Gebäude wurde 1804–1806 von Joseph Meissl erbaut; die Fassade stammt von Josef Dalberg (1838). Die Sanierungsmaßnahmen umfassten die Modernisierung der Wohn- und Nutzflächen sowie den Ausbau des Dachgeschosses.

Kontrolle & Vorbereitung: Der Bauausschuss

Alle Entscheidungen in Immobilienangelegenheiten werden vom Verwaltungsausschuss getroffen. Zur fachlichen Vorbereitung und Beratung ist dafür ein eigener Bauausschuss als Unterausschuss eingerichtet.

Der Bauausschuss des Wohlfahrtsfonds begleitet und prüft alle wesentlichen Immobilien- und Bauangelegenheiten. Als vorbereitendes und beratendes Gremium unterstützt er den Verwaltungsausschuss, sorgt für Transparenz und gewährleistet Kontrolle im gesamten Bauprozess.

Aufgaben des Bauausschusses:

Zu den wesentlichen Aufgaben zählen die Mitwirkung bei Angebotsöffnungen sowie die Durchführung von Vergabeverhandlungen. Darüber hinaus übernimmt der Bauausschuss die Kontrolle und Überwachung der laufenden baulichen Tätigkeiten und begleitet Sanierungs- und Entwicklungsprojekte über alle wesentlichen Projektphasen hinweg.

Prüfprozesse bei Immobilienankäufen

Der Erwerb von Immobilien unterliegt beim Wohlfahrtsfonds klar definierten Prüf- und Entscheidungsprozessen. Grundlage für jede Entscheidung sind die Immobilienerwerbsrichtlinien des Verwaltungsausschusses, die eine mehrstufige Prüfung im Falle eines Erwerbs vorsehen.

Dazu zählen unter anderem eine Vorprüfung durch das Kammeramt, die Einholung externer Wertgutachten sowie eine technische und rechtliche Analyse der jeweiligen Liegenschaft. Diese Prüfungen bilden die Basis für die Entscheidungsfindung im Verwaltungsausschuss und gewährleisten eine transparente und verantwortungsvolle Vorgangsweise.

Zuletzt wurde mit der Liegenschaft Graben 19 das Immobilienportfolio des Wohlfahrtsfonds erweitert.

Ausblick & Nutzen für die Mitglieder

Die Immobilien des Wohlfahrtsfonds sind weit mehr als Sachwerte. Sie sichern stabile Mieterträge, reduzieren Risiken und ermöglichen Leistungen unabhängig von kurzfristigen Schwankungen der Kapitalmärkte.
Die laufenden Investitionen in Substanz, Energieeffizienz und professionelle Verwaltung sorgen dafür, dass die Einnahmen auch in Zukunft verlässlich zur Verfügung stehen.

Jede Investition in eine Immobilie ist damit letztlich eine Investition in die langfristige Absicherung der Mitglieder des Wohlfahrtsfonds – und in die Sicherheit der Pensionen.